Banner LuftART und Schillers

12. Mai 2026

Kunst in Bad Saulgau wird großgeschrieben. Die aktuelle Bannerausstellung wird outside in der Stadt über den Flanierenden kopfüber gespannt sein. Wirft man einen Blick in den Himmel, sieht man riesige malerische Kunstwerke, genau zehn neue, neunmaldrei Meter groß jedes Banner. Dieses Jahr sind Schillers Café und Garten mit dabei. Der Impuls zur Entwicklung des Entwurfes ging von Kunstschaffenden der Art Brut aus der Malwerkstatt der Zieglerschen in Wilhelmsdorf aus. Seit 40 Jahren besteht dieses Atelier und unterstützt Kunstschaffende und präsentiert auch ab und an einzelne in Schillers Räumen, aktuell Bernd Hörter.

Was gibt es also Passenderes zum Schillerbanner, als Menschen in ihrer Eigenart darzustellen. Mal fliegend, mal kochend, mal gehend und natürlich Kaffeebecher, Tassen für Cappuccino, Espresso und Teetassen für guten Kräutertee. So war die Idee geboren, das Naheliegende zum Bild zu machen. Erst das Einsammeln von Motiven aus originalen Kunstwerken der Art Brut Künstler, dann ein neues Werk als Entwurf zusammenfügen und in der Stadt einreichen. Dies glückte und es folge die Umsetzung. Wissen sie eigentlich, wie groß neunmaldrei Meter sind? Es galt, viele fleißige Hände zu finden. Ehrenamtshelferinnen, angehende Studierende, Kunstschaffende aus der MW, aus dem Schillers. Es entstand eine wechselnde kreative Gemeinschaft, die sich um Karin Hofstetter, Mirjam Meyer und Silke Leopold bildete, großer Dank allen.

Im Prinzip ging es dann am 31. März richtig los in einem alten Kindergarten in Bondorf, der uns dankend Wärme und Lagerung bot. Ein erstes Malteam übertrug den Entwurf ins Riesige. Sie waren so dicht am Ausdruck des Originals, an den Proportionen der Figuren, dass es hätte auch fertig sein können. War es natürlich nicht. Der April brachte uns 3 Workshops. Zweimal 6 Stunden, einmal 4 Stunden wurde gemischt, gepinselt, geschrubbt, auf Leitern geklettert, das Banner wieder abgehangen, wieder hochgezogen, Kaffee getrunken, Pizza gegessen, Folien gespannt und der nächste Teil bitte, diesmal der rührende Koch in der Ecke und die fliegende Frau, die die Tasse verschüttet. Alles galt es zu erschaffen.

Nach den 4 Workshoptagen war das Bild fast fertig. Es fehlte der Segen, die Begegnung mit der Öffentlichkeit. Es sollte eine Performance geben. Letzter Akt: neunmaldrei Meter ins Parkhaus zu den anderen neun Bannermalern transportiert und die Einladung an Saulgauer Bürger ausgesprochen, ihre ganz persönliche Tasse als Kontur in die Komposition zu pinseln. Es kamen Neugierige und mit Schillers Farbe, ein leichtes gedämpftes Grün, hinterließen sie ihr Tassengespinst. Es war lustig berührend. Eine Tasse mit Schornstein für den aufsteigenden Dampf eines älteren Herren, eine barocke Sammeltasse mit Wackelfuß einer edlen Dame, ein Vater-Mutter-Kind Tassenset, eine Cheftasse, ein Kinderbecher und andere blieben hängen. Es ist fertig und vielleicht sehen sie bald „Gappusssino im Schilllers“ kopfüber irgendwo hängen. Wir grüßen sie dann herzlichst. Schillers inklusives Café und Garten

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